Alle Jahre wieder…

10 Dezember 2010 keine Kommentare
eingetragen unter: Tier News

Jedes Jahr ist es immer wieder das selbe Problem mit den Geschenken. Besonders mit den Haustieren die auf dem Gabentisch landen sollen.

Marina Fischer vom Naundorfer Tierheim Heim-Tier-Eck kennt das Problem: Hund, Katze, Schildkröte oder Sittich sind schnell gekauft.

Naundorf. Marina Fischer vom Naundorfer Tierheim Heim-Tier-Eck kennt das Problem: Hund, Katze, Schildkröte oder Sittich sind schnell gekauft. Über die Konsequenzen einer jahrelangen Bindung und Verpflichtung denkt man erst später nach. Häufig genug mit der Feststellung, dass man sich der Verantwortung nicht mehr stellen möchte. Für das tägliche zweimalige Gassigehen mit dem bewegungsfreudigen Vierbeiner bleibt keine Zeit, der Filius verliert nach vier Wochen die Lust am Reinigen des Hamsterkäfigs, und die süße Mieze macht sich mit ihren Krallen an der Tapete zu schaffen.

„Vor jedem Weihnachtsfest versuchen wir, die Menschen zu sensibilisieren und sie von Spontankäufen abzuhalten“, sagt Marina Fischer: „Wer eine ernsthafte Langzeitbindung mit einem Tier eingehen möchte, sollte das gut vorbereiten. Und Stubentiger und Co. müssen nicht persönlich bei der Bescherung unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Ein Buch über Tierhaltung, Leine, Käfig oder Fressnapf als Vorgeschmack tun es auch. Nach den Feiertagen kann man sich dann entspannt um den Einzug des lebenden Spielkameraden kümmern.“

Mit dem Zuwachs sollten alle Familienmitglieder einverstanden sein. „Gerade jüngere Kinder sind beim erstmaligen Halten eines Tieres oftmals überfordert“, so Marina Fischer. „Anfangs werden Eltern oder Geschwister Unterstützung geben und auch den einen oder anderen Spaziergang mit dem Hund übernehmen müssen. Darüber sollte man sich vorher im Klaren sein.“

Von den Vierbeinern, die Tierheimbetreiberin Fischer vor oder kurz nach dem Weihnachtsfest vermittelt hat, ist bislang keines zurück gebracht worden. „Gerade mit Hunden machen sich die künftigen Halter schon Wochen vorher auf unserem Gelände vertraut. Mensch und Tier kennen sich dann bereits recht gut, ehe es ins neue Zuhause geht“, so Marina Fischers Erfahrung.

In bisher einem einzigen Fall ließ sie sich zu einer „Spontanvermittlung“ hinreißen. „Am 24. Dezember stand ein älteres Ehepaar vor meiner Tür, dem erst kürzlich der Hund verstorben war“, erzählt sie. „Den Beiden grauste so vor dem zu stillen und leeren Zuhause am Weihnachtsabend, dass sie mich um einen Nachfolger für ihr Tier baten. Wir fanden auf Anhieb etwas Passendes. Und dem Hund geht es noch heute sehr gut bei Frauchen und Herrchen.“

Natürlich gebe es nach den Festtagen immer einmal wieder „Rückläufer“, wenn den Besitzern unter anderem klar wird, dass Futter nicht eben billig ist und es so etwas wie eine Hundesteuer gibt. Einer der wichtigsten Fakten: ausreichend Platz für eine artgerechte Haltung. Doch das finde oft auch zu wenig Beachtung.

Von Marion Gründler

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